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Ort der Trauer und der Erinnerung


Carolinensiel/Harlesiel Dieter Albrecht lässt Brücke über den Salzwiesen bauen - Einweihung Ende April
Die "Brücke der Erinnerung" bietet Trauernden das Gefühl, nah bei den Liebsten zu sein.

Reeder Dieter Albrecht hat für Trauernde eine "Brücke der Erinnerung" an der östlichen Hafenseite von Harlesiel bauen lassen. Der Blick richtet sich zwischen die Inseln, wo die Urnen zu Wasser gelassen werden. (Bilder: Inga Mennen)

Seebestattung - kein Ort zum Trauern? Das gibt es ab Ende April nicht mehr. Reeder Dieter Albrecht hat einen Erinnerungssteg an der Ostseite des Harlesieler Hafens bauen lassen. "Immer mehr Menschen lassen sich auf See bestatten", sagt Albrecht, der sich auf die Seebestattung weltweit spezialisiert hat. Mehrmals fährt das Schiff des Reeders und dessen Sohn Benjamin Albrecht, die "Horizont", zwischen die Inseln, um die Urnen würdevoll zu Wasser zu lassen.

Absolute Ruhe

Schon länger trug der Carolinensieler die Idee in sich, einen Ort des Trauern für die Hinterbliebenen zu schaffen. "Wir bieten zwar 25 Gedenkfahrten im Jahr an, aber das reicht nicht", sagt der Reeder. Er weiß, wenn die Menschen traurig sind, dann zählt der Augenblick, dann wollen sie einen Ort der Ruhe haben, an dem sie in ihren Gedanken allein sind. Immer wieder sah Dieter Albrecht, wie Angehörige an den Strand gegangen sind und im Trubel dort ihre Blumen niederlegten, das soll es jetzt nicht mehr geben.

Über den Salzwiesen

Im vergangen Jahr wurden die Pläne konkret. "Natürlich gab es einiges zu beachten", erklärt Albrecht. Immerhin führ die Brücke über das Naturschutzgebiet. Mit dem Landkreis Friesland, aber auch dem Hafenzweckverband mit Johann Schildt habe er gute Erfahrungen gemacht. Nun wurde vor acht Monaten mit dem Bau der Brücke, die übrigens "Brücke der Erinnerung" heißen wird, angefangen. Der Steg wurde gänzlich bei Albrecht hergestellt. Er führt 28 Meter über die Salzwiesen und wurde direkt so ausgerichtet, dass der Blick von der Plattfrom auf das Gebiet, wo die Urnen zu Wasser gelassen werden, fällt. "Wir haben knapp 150 Tonnen Material verbaut", erklärt Albrecht. Am Montag wurde ein Autokran bestellt, der die acht Stelen auf die Plattform hievte. In ihnen wird Teakholz befestigt und an das können die Erinnerungsplaketten mit den Namen, Geburts- und Sterbedaten montiert werden.

Insgesamt acht Stelen werden auf der Plattform errichtet. hier können die Erinnerungsplaketten angebracht werden.

Laterne brennt immer

Auf die Wahl des Materials wurde viel Wert gelegt, schließlich darf der Steg bei Wind und Wetter nicht rutschig werden. Für die Trauernden wird es auch eine Vorrichtung geben, in der sie Blumen befestigen können. Eine Bank zum Innehalten, aber auch fließend Wasser gehören zur "Brücke der Erinnerung" dazu. Eine Laterne an der Spitze der Plattform soll immer brennen. " Das Licht als sinnbildlicher Wegweiser", sagt Albrecht. Ende April soll die Brücke eingeweiht werden.